Zivil- und Katastrophenschutz: Impulsvortrag bei der Jahreshauptversammlung 2026

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2026 des Vereins Ehemaliger Schüler Kiel & Malente in Gettorf Hotel Stadt Hamburg hielt Hauke Ohland, Hauptgeschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Nordfriesland, einen Impulsvortrag zum Thema Zivil- und Katastrophenschutz.

Ausgangspunkt waren die sicherheitspolitischen Veränderungen seit 2022. Neben der militärischen Verteidigung rückt auch der Schutz der Bevölkerung wieder stärker in den Fokus von Bund, Ländern, Kommunen und Gesellschaft.

Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU)

Ein zentrales Thema war der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU). Er verknüpft militärische Planungen mit zivilen Unterstützungsleistungen und verfolgt einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz. Deutschland kommt dabei im Bündnisfall eine Schlüsselrolle als logistische Drehscheibe der NATO zu.
Der OPLAN DEU verdeutlicht: Verteidigung ist keine rein militärische Aufgabe, sondern erfordert die Mitwirkung von Staat, Wirtschaft, Kommunen und Bevölkerung.

Katastrophenschutz in Schleswig-Holstein

Der Referent stellte die Organisation des Katastrophenschutzes in Schleswig-Holstein vor. Während der Zivilschutz Sache des Bundes ist, liegt der Katastrophenschutz in der Verantwortung des Landes. Das System ist dreistufig aufgebaut – von der Landesebene über die Kreise bis zu den kommunalen Einsatzkräften.

Getragen wird der Katastrophenschutz von zehntausenden überwiegend ehrenamtlich Engagierten in Feuerwehren, Hilfsorganisationen und dem THW. Sie bilden das Rückgrat der Gefahrenabwehr bei Naturkatastrophen, Großschadenslagen und Krisen.

Bedeutung der Eigenvorsorge

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt, Haushalte sollten sich mindestens 72 Stunden selbst versorgen können. Hintergrund ist, dass Einsatzkräfte im Krisenfall zunächst schwerwiegende Notlagen bewältigen müssen.

Typische Szenarien wie Stromausfälle, Extremwetter oder Störungen kritischer Infrastrukturen machen diese Vorsorge notwendig. Dazu gehören unter anderem Vorräte an Lebensmitteln und Wasser, eine stromunabhängige Kochmöglichkeit sowie Informationsmittel wie Warn-Apps oder Radio.

Warnung der Bevölkerung

Für den Ernstfall stehen bundesweit abgestimmte Warnsysteme zur Verfügung, darunter die Warn-App NINA, Cell Broadcast sowie klassische Medien. Warnung und persönliche Vorsorge greifen dabei unmittelbar ineinander.

Fazit

Der Vortrag machte deutlich, dass Zivil- und Katastrophenschutz heute wieder von hoher gesellschaftlicher Bedeutung sind. Schleswig-Holstein ist grundsätzlich gut aufgestellt, steht aber – wie Bund und Kommunen – vor der Aufgabe, Strukturen weiterzuentwickeln und die Resilienz der Gesellschaft insgesamt zu stärken.
Die persönliche Eigenvorsorge ist dabei ein wichtiger Beitrag jedes Einzelnen zur Sicherheit aller.

Hans-Peter Wagner – 29. April 2026